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13 Tage ohne WLAN – Herausforderung oder easy peasy lemon squeezy?

Wir sind endlich nach Mainz gezogen!! Im April haben wir unsere Wohnung gefunden, doch dann hieß es warten, warten, warten, denn erstens, wurde sie erst im Juni frei und zweitens wurde sie dann noch bis Ende Juli renoviert. Ich will mich wirklich nicht über eine frisch renovierte Wohnung beschweren, aber die Vorfreude war bei mir so groß, dass ich am liebsten direkt einziehen wollte. Wenn ich mir irgendetwas in den Kopf gesetzt habe, will ich es am liebsten SOFORT (sehr zum Leid meines Freundes haha). Naja, ich konnte nichts daran ändern, also bereitete ich mich vor dem Umzug so gut wie möglich darauf vor. Plante alles haargenau, besorgte Umzugskisten, schon einige Möbelstücke und Geschirr etc., packte Sachen schon ein, die ich in den nächsten Monaten/Wochen nicht mehr brauchen würde und so weiter. Ihr seht, voller Tatendrang. Doch aufgrund der Renovierungen hieß es von vorne herein, dass sie das genaue Einzugsdatum nicht festlegen können, was bedeutet, dass andere Dinge ungeplant blieben wie zum Beispiel Strom und Gas. Die hat man dann zwar trotzdem, aber was man nicht hat ist WLAN! Ungefähr eine Woche bevor wir tatsächlich einziehen konnten, haben wir die Nachricht erhalten, dass wir einziehen können. Also haben wir uns gleich daran gesetzt uns einen WLAN-Anbieter herauszusuchen und zu bestellen. Tja, allerdings hätten wir nicht gedacht, dass der nächste freie Termin zur Einrichtung und Freischaltung erst 13 TAGE NACH DEM EINZUG sein würde…Ihr habt richtig gehört. 13 Tage ohne WLAN, in einer Welt, in der sich das meiste online abspielt, in der man, um Homeoffice machen zu können, Internet braucht, in der man Blogposts nur mit Internet hochladen kann.
Tja, Pustekuchen!

Kann man in der heutigen Welt ohne Internet/WLAN auskommen?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Früher, oder sogar noch letztes Jahr, hätte ich gesagt, dass das absolut möglich ist. Jeder Mensch hat andere Prioritäten, arbeitet in einem anderen Bereich und braucht das Internet nicht. Doch meine Meinung hat sich nach Corona gewaltig verändert. Ich habe schlappe 3GB Internet auf meinem Handy pro Monat, da ich meistens überall WLAN habe – in der Uni, zu Hause, bei Freunden, teilweise auf öffentlichen Plätzen und Restaurants. Also dachte ich mir: „3GB reichen locker!“ Und das tun sie auch meistens. Doch seit die Restaurants und Cafés wieder geöffnet haben, ist es nahezu unmöglich ohne Internet essen zu gehen. Warum? Weil so viele Speisekarten nur über einen QR-Code online abzurufen sind, was es zum Beispiel alleine für meine Großeltern schwer macht, außerhalb essen zu gehen. Auch ich hatte so meine Schwierigkeiten, da es doch nicht immer WLAN gibt und meine 3GB dann doch nicht ausgereicht haben, ich die Speisekarte nicht abrufen konnte und die Bedienung mir auch nicht ein Exemplar aushändigen durfte. Tja, dumm gelaufen.

Durch diese Veränderung, die ja absolut verständlich in unserer aktuellen Situation ist, hat sich das Leben im world wide web nochmal um einiges verändert. Unendlich viele Firmen haben alles umstrukturiert, damit die Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten können, die Universitäten bieten nur noch Kurse über Zoom an und alles wurde auf so wenig Kontakt zu anderen Menschen verringert wie nur möglich– was ja auch gerechtfertigt ist. Doch ich glaube, dass es für viele Menschen eine Herausforderung ist, denn der Normalität, die wir vorher kannten, entspricht das nicht.

Worauf will ich hinaus?

Allein diese kleinen (großen) Veränderungen haben den Bezug zum Internet, ihre Wichtigkeit und Verfügbarkeit verändert, denn man ist von nun an darauf angewiesen, sonst kann man nicht arbeiten/studieren etc. Und genau dann ziehe ich auch noch um, lande in einer tollen Wohnung in Mainz und habe KEIN WLAN! 13 TAGE LANG!

Wie ist es mir ergangen?

Nun, die ersten zwei Tage dachte ich, dass das locker machbar ist und wir das hinkriegen. Ich schrieb auf Whatsapp, surfte im Internet, schaute Dinge nach, hielt mich auf Instagram auf, gab meinem Laptop Hotspot, um arbeiten zu können und suchte nach Inspiration für die Wohnung. Meist lief das ganze dennoch sehr kurz und sporadisch ab, denn ich wusste ja, dass ich nicht so viel Internet habe. Doch als ich dann die Meldung bekam, dass mein Datenvolumen aufgebraucht ist, bin ich fast wahnsinnig geworden. Nach nur zwei Tagen… Da ist mir zum ersten Mal klar geworden, das 3GB gar nicht mal so viel sind. Dadurch wurde ungewollt meine Handy- und Internetnutzung drastisch heruntergefahren, weil ich ja nichts machen konnte. Mein Freund konnte mir zum Glück hier und da Hotspot geben, doch er war ja den ganzen Tag auf der Arbeit. Bisher habe ich so oft gesagt: „Ich kann ohne mein Handy leben. Ich brauche das nicht. Ich kann ganz gut ohne Internet. In der realen Welt ist es sowieso viel besser etc.“ Man kennt die ganzen Sprüche und auch ich war der Meinung, dass das stimmt. Doch ich wurde eines Besseren belehrt, denn wenn man wirklich darauf angewiesen ist, dann ist es wirklich sch****. Natürlich ist es einfach für einen Tag das Handy mal wegzulegen oder im Urlaub darauf zu verzichten, aber im Alltag ist das (zumindest für mich) gar nicht mal so einfach. Es fing schon damit an, dass ich Rechnungen nicht bezahlen konnte. Also klar, ganz old school einen Überweisungszettel abgeholt, ausgefüllt und bei der Bank abgegeben. So weit so gut. Doch ohne Internet, kommen wichtige E-Mails, die mein Studium, meine Arbeit etc. betreffen einfach nicht an. Problem Nummer 1. Ich arbeite außerdem von zu Hause aus, bedeutet ich bin auf Internet angewiesen und mein Datenvolumen auf meinem Handy war aus. Problem Nummer 2. Ein Zoom-Meeting mit einem Professor. Problem Nummer 3. Meine große Leidenschaft ist mein Blog und ich liebe es zu Schreiben. Das ging ja noch, aber ich will das auch mit euch teilen und mich mit euch austauschen, was nicht möglich war. Problem Nummer 4. Und so geht die Liste weiter. Natürlich kann ich für 13 Tage mal nichts auf dem Blog hochladen, doch dann fühl ich mich einfach schlecht. Nicht nur, weil ich nicht im Internet präsent sein kann, was ja heutzutage so wichtig ist, sondern weil ich nicht mit euch sprechen kann. Aber das Arbeiten und wichtige Zoom-Meetings lassen sich einfach nicht auf 13 Tage verschieben, ich habe ja auch keinen Urlaub. Doch ich habe mich nicht unterkriegen lassen und dachte mir, dass es doch eine Lösung geben muss.

Und siehe da, beim Spazieren entdecke ich eine Buchhandlung/Buchcafé, das draußen Sitzplätze anbietet und wo Leute mit ihren Laptops sitzen und arbeiten. Yay! Ich gleich meinen Laptop geschnappt und mich hingesetzt. Bei einem leckeren Früchtetee konnte ich endlich alle E-Mails beantworten, arbeiten, wichtige Sachen abklären und erledigen, Blogposts hochladen und vieles mehr. Happy, happy, happy. Doch meine Freude weilte nicht lange, da eine neue Wohnung viel Arbeit bedeutet und auch, dass irgendwelche Elektriker, Möbelpacker – und Aufbauer vorbeikommen und ich dafür in der Wohnung sein muss. Na toll. Da sitze ich nun, warte und schaue auf die Uhr, denn die Uhrzeit die eigentlich vorgesehen war, ist schon lange verstrichen. Arbeiten kann ich nicht. Bis alles erledigt ist, kommt mein Freund von der Arbeit und wir müssen auch schon los, um Dieses und Jenes zu kaufen. Und nach einem anstrengenden Tag gemütlich vor dem Fernseher sitzen, klappt auch nicht, wenn die Fernsehleitung noch nicht freigeschaltet ist und man kein WLAN besitzt. Es ist nicht so, dass ich mich ohne Internet nicht beschäftigen kann, denn wir haben Spiele gespielt, ich habe Bücher gelesen, wir sind durch die Gegend gelaufen, haben dabei tolle Läden entdeckt und haben uns mit Freunden getroffen. Auf Netflix zu verzichten, war tatsächlich kein Problem, da es genug andere Dinge gibt.

Ein weiterer Punkt, der mir stark aufgefallen ist, ist, wie viel Zeit ich normalerweise auf Instagram verbringe. Sei es andere Profile finden, folgen, Bilder kommentieren und liken, mit zahlreichen Leuten schreiben und einfach Stunden dort zu verbringen, oder auch selber Bilder hochzuladen und auf Kommentare zu reagieren. All das läuft gerade auf Sparflamme, was ich tatsächlich auch mal genieße, denn man glaubt es kaum, doch Instagram ist viel Arbeit, wenn man jeden Tag aktiv sein will. Und warum will ich jeden Tag aktiv sein? Da man sonst verschwindet und untergeht. Die Leute sehen einen nicht mehr oder verlieren das Interesse, was sehr schade ist. Man wird sozusagen unter Druck gesetzt, immer präsent und aktiv zu sein, immer für alle sichtbar zu sein und auch immer den wunderschönsten Content zu schaffen, sodass man auffällt, heraussticht und nicht in Vergessenheit gerät. Doch ich glaube, dass das nicht der Sinn davon ist. Die Leute, die sich für meinen Content interessieren, werden weiterhin da sein, auch wenn ich mal 13 Tage offline bin oder wenig kommentieren oder allgemein weniger interagieren kann. Alle die es nicht sind, waren eigentlich nie wirklich da. Doch sich das einzugestehen und zu sagen, hey, ist kein Problem, dass so wenige Menschen mit dir interagieren, ist schwierig. Doch letztendlich zählen die, die einen immer unterstützen und für die bin ich sehr dankbar. Dennoch freue ich mich auch wieder ordentlich Content zu schaffen und mit euch zu interagieren und kann es kaum erwarten.

Man kann sehr gut ohne Internet und WLAN leben, doch das hängt stark davon ab, was man beruflich und in seiner Freizeit gerne macht, denn für manche Menschen ist es unvermeidbar, dauerhaft verbunden zu sein und online zu arbeiten. Ich werde glaube ich nie wieder sagen: „Natürlich, ich könnte locker ohne Internet leben!“ Denn das ist nicht der Fall, solange ich Homeoffice mache, bzw. auch im Büro an einem Computer arbeite, meine Leidenschaft ein Blog ist und ich auch für die Universität oder Hausarbeiten etc. auf das Internet angewiesen bin. Und klar, dass bisschen auf dem Handy ist auch Internet, doch es reicht nicht für all das aus, was man eigentlich machen müsste. Es gibt heutzutage viele Verträge, die unglaublich viele GB anbieten, doch in meiner Situation hätte ich den Vertrag nicht einfach wechseln können. Ich hätte aufstocken, aber dann nicht wieder runtergehen können, wenn ich es nicht mehr gebraucht hätte. Und all das wollte ich nicht, weswegen ich in 13 Tage ohne Internet einiges gelernt habe. Ich wette, dass wir in der Wohnung auch nicht so schnell vorangekommen wären, wenn ich dauerhaft online hätte sein können.

Wie seht ihr das? Würde ihr im Privat- und Arbeitsleben 13 Tage ohne Internet auskommen? Oder kann unsere Gesellschaft gar nicht mehr ohne? Eure Meinung dazu würde mich sehr interessieren und ich freue mich über jeden Kommentar, Elisa xxx

8 Kommentare

  • Nadine Klein

    Als ich im September letzten Jahres umgezogen sind, hatten wir ein halbes Jahr lang Theater mit dem Vermieter und dem Wlan und es war die Hölle, weil ich in der Zeit meine BA geschrieben habe. Zum Glück war in dem Zeitraum noch kein Corona und ich konnte auf die Uni ausweichen. Aktuell wäre ich ohne Wlan extrem aufgeschmissen, weil alles online läuft, wie du oben auch geschrieben hattest. Auch würde ich mich da sehr einsam vorkommen, da sich mein Alltag aktuell stark Online, auf Insta und Whats App abspielt, da es im Moment einfach keinen richtigen Alltag gibt, was mich zwar auch was nervt, aber geht ja nicht anders.

    Alles Liebe

    Nadine

    • beautyinsimplicity

      Oh nein, das hört sich ja nochmal schlimmer an, wenn du währenddessen deine Bachelorarbeit geschrieben hast! Zum Glück konntest du damals auf die Uni ausweichen, sonst wär das wirklich schlimm gewesen…da merkt man mal wieder, wie abhängig man dann doch vom WLAN oder Internet allgemein ist. Doch es geht nunmal nicht anders..
      Danke für deinen Kommentar Nadine! 🙂

  • Wonderful Fifty

    Liebe Elisa, was für ein interessanter Beitrag, der wohl viele in mehreren Punkten zum Überlegen anregt. Ich habe mal über „Digital Detox“ geschrieben und bin dabei zur Erkenntnis gekommen, dass ich die digitalen Möglichkeiten eigentlich ohnehin in der Form nutze, wie ich es gerne möchte. Ich brauche etwa das Internet eben für Homeoffice und da ist es dann kein unnötiger Luxus, sondern eben für die alltägliche Arbeit erforderlich. Mit unserem Familienmitglied in Japan ist der Kontakt auch nur über Internet möglich, den Geldverkehr wickle ich nur über Online-Banken ab, sodass ich dies praktisch in einer Bankfiliale gar nicht machen könnte. Dann gibt es noch alle möglichen Bearbeitungen, die eben über Mail oder Online durchgeführt werden. Aber nun zum zweiten für mich wichtigen Punkt in deinem Beitrag – ich bin absolut deiner Meinung, dass Menschen, die sich für einen bestimmten Blog oder überhaupt für den Kontakt zu einer Person interessieren, auch nach einer kürzeren oder längeren Abstinenz – egal aus welchen Gründen – wieder da sind und diese sind es auch, die für mich den Online-Austausch ausmachen. Ich war auch in den letzten zehn Tagen plötzlich, ohne die Möglichkeit einer Vorankündigung verhindert – ich hatte zwar Internet, könnte aber aus anderen Gründen weder auf Instagram aktiv sein noch am Bloggerleben teilnehmen und kann dir diese Situation daher nachfühlen. Danke für diesen wirklich tollen Post.
    Hab einen wunderbaren Abend und alles Liebe

    • beautyinsimplicity

      Liebe Gesa,
      danke für deinen lieben Kommentar.
      Oh das ist sehr interessant, das muss ich mir unbedingt mal durchlesen! „Digital Detox“ ist auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema, dass ich mir irgendwann auch mal vornehmen wollte. Bedeutet aber, da ich Homeoffice mache, dass ich auch Urlaub haben müsste. Ist leider nicht immer so leicht, aber manchmal reicht auch einfach ein Sonntag, an dem man sich vornimmt das Handy und den Laptop wegzulegen und das will ich in Zukunft öfter tun 🙂 (sagte sie und schrieb diesen Kommentar an einem Sonntag :D)
      Manchmal geht es im Leben nunmal nicht anders, da viele andere Dinge ein viel wichtigere Rolle spielen und das ist auch gut so. Manchmal beinhaltet das auch, plötzlich weg vom Fenster zu sein, doch das Wichtige ist, dass man wieder zurückkommt und dass die, die sich für deinen Blog interessieren, auch danach noch da sind 🙂
      Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag, xx

  • Simone

    So einen Tag würde ich es vielleicht aushalten, aber mehr nicht 😉 Es ist ganz schön praktisch, alle Informationen aus dem Netz zu ziehen und vor allem wenn man auf Social Media aktiv ist. Wie du richtig erwähnst ohne Internet haben wir wieder vermehrt Zeit für etwas anderes, jedoch als Blogger wird es einfach etwas schwierig. Liebste Grüsse

    xx Simone
    Little Glittery Box

    • beautyinsimplicity

      Ohja, da kann ich dir nur zustimmen! 🙂 Wir sind da einfach so verwöhnt, dass man auf einmal ohne Internet total verzweifelt wird haha. Aber als Blogger geht es nunmal nicht anders und deswegen bin ich froh, dass jetzt alles wieder normal abläuft:-)
      Alles Liebe dir, xx

  • Maja

    ohaaa.. das ist eine ganz schöne Herausforderung! Ich verstehe total was du meinst, dass man sich voll oft vornimmt, dass man das Handy mal weglegt und Detox macht und dass man auch der Meinung ist, dass man das locker schaffen könnte, doch letzten Endes braucht man es für so viele Dinge, zum Arbeiten, zum in Kontaktstehen mit Freunden und zur Freizeitbeschäftigung. Krass, dass du das so lange durchhalten musstest, aber war bestimmt auch eine coole Erfahrung und jetzt weiß man mal wieder wie es ist 🙂

    • beautyinsimplicity

      Ich habe auf jeden Fall einiges dazu gelernt und habe gemerkt, wie selbstverständlich man das Internet nimmt. Ich war teilweise total verzweifelt, weil ich noch nicht mal etwas ausdrucken konnte, weil der Drucker über WLAN läuft…total ärgerlich. Aber dadurch lernt man das viel besser zu schätzen und sehe es wieder als Luxus an, zuhause funktionierendes Internet zu haben 🙂
      Ich wünsche dir einen tollen Mittwoch, xx

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