Kurztrips,  Wanderlust

Drei Tage in Helsinki

Wie versprochen, kommt nun auch der Blogpost über Helsinki. Wie wir nach Finnland gekommen sind und was wir in Turku, unserem ersten Stopp, gemacht haben, könnt ihr in dem Turku Blogpost lesen.

Nachdem unser Mietauto in Helsinki wieder abgegeben haben, sind wir zu unserer Unterkunft gefahren. Da auch Helsinki recht teuer ist, haben wir ein Hostel, etwas außerhalb der Innenstadt gefunden. Mit der Tram waren wir dann in wenigen Minuten in der Innenstadt. Das Hostel hieß Eurohostel und war ganz okay. Das Zimmer war sauber und die Betten bequem, jedoch hat es einen sehr an ein Krankenhaus erinnert. Das Badezimmer wurde mit den anderen Zimmern auf dem Gang geteilt. Da wir eh den ganzen Tag unterwegs waren, hat uns das aber nicht weiter gestört.

Drei Tage haben wir in Helsinki verbracht und haben versucht so viel wie möglich zu sehen und ich muss sagen – ich habe mich in die Stadt verliebt!

Zuerst ein paar Fakten

Helsinki ist eine gemütliche Stadt, denn obwohl sie die Hauptstadt ist, leben nur 635.000 Menschen in Helsinki. Die Stadt wurde 1550 vom schwedischen König Gustav als Helsingfors gegründet. Erst 1812 wurde Helsingfors zur Hauptstadt Finnlands (davor war es Turku) und wurde im selben Jahr zu Helsinki unbenannt. Die Hälfte der Fläche Helsinkis besteht aus Parks und Grünflächen, weswegen sie eine der grünsten Hauptstädte überhaupt ist. Sowie in Turku, liegen auch um Helsinki herum hunderte von kleinen Schären und Inseln. Insgesamt 315 Inseln gehören zu Helsinki und die Küstenlinie ist 123 km lang. Auch in Helsinki, sowie in ganz Finnland, wird finnisch sowie schwedisch gesprochen.

Fun-Fact: Die Finnen haben den höchsten Kaffeekonsum der Welt, denn sie trinken 1 Liter pro Tag, pro Person!

Tipp: Helsinki Card

Mit der Helsinki Card hat man auch einige Vorteile, nämlich hat man durch sie kostenlosen oder ermäßigten Zugang zu Sehenswürdigkeiten UND man kann kostenlos mit den Hop-on-Hop-off-Bussen fahren und alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

1.Tag

Erster Stopp: Senaatintori Helsinki (Senatsplatz)

Zuallererst sind wir zum Senatsplatz gelaufen, der ein beliebter Treffpunkt für Finnen, aber auch für Touristen ist. Auf dem großen Platz steht der minimalistische, jedoch wunderschöne Dom, vor dem sich Treppen befinden, auf denen immer Studierende oder Touristen sitzen, die Sonne genießen, miteinander plaudern und einfach eine Pause einlegen. Abgesehen von Dom stehen auf dem Senatsplatz noch das Hauptgebäude der Universität von Helsinki sowie das Senatsgebäude der finnischen Regierung, das 1822 fertiggesellt wurde. Sie alle wurden vom deutschen Architekten Carl Ludwig Engel entworfen, weswegen sie aufeinander abgestimmt sind und ein zusammengehöriges Bild vermitteln. In der Mitte des Platzes steht ein Bronzestandbild von Zar Alexander II., der wegen seiner Politik als „der gute Zar“ bekannt war.

Nächster Stopp: Tuomiokirkko (Dom von Helsinki)

Logischerweise haben wir uns dann auch den Dom von Helsinki angeschaut. Die Finnen nennen ihn auch „das Weiße Herz“ der Stadt, da das Gebäude komplett aus weißem Marmor ist. Außerdem wurde es auf einen Sockel gebaut, weswegen man ihn schon von Weitem sehen kann. Das Gebäude steht auf dem Senatsplatz und wurde um 1830 herum gebaut. Er ist eines der beliebtesten Treffpunkte Helsinkis. Obwohl er von außen einfach nur majestätisch aussieht, ist er von innen ziemlich schlicht gehalten – nur eine Reihe Holzbänke und ein kleiner goldener Altar befindet sich im Inneren. Auffällig ist, dass die Form des Doms einem griechischen Kreuz entspricht. Mir hat das Gebäude vor allem von außen sehr gut gefallen, da es so gar nicht dem klassischen Bild eines Doms ähnelt. Den Dom kann man sich jeden Tag von 9 – 18 Uhr anschauen und der Eintritt ist frei.

Nächster Stopp: Esplanadi

Als nächstes sind wir zur „Esplanadi“ gelaufen. Die „Esplanadi“ ist ein Park, zwischen zwei großen parallel verlaufenden Straßen. Die Finnen nennen diesen Park auch „Espa“ oder sogar „Champs-Élysées von Helsinki“, da man diese Straße von Norden nach Süden ablaufen kann und sich dort viele Restaurants, exklusive Geschäfte und Cafés befinden. Im Sommer steht dort sogar eine Freilichtbühne, in dem viele Veranstaltungen, wie Fashion Shows oder Konzerte, stattfinden. In den Park kann man sich egal zu welcher Jahreszeit auf die Bänke setzen und das rege Treiben der Menschen beobachten, außerdem spielen häufig auch Musiker im Park. Besonders am Wochenende treffen sich viele Jugendliche im Park, um zusammensitzen und ein Bier zu trinken.

Nächster Stopp: Design District Helsinki

Als letzten Stopp an diesem Tag haben wir das Viertel „Design District“ aufgesucht. Bei diesem handelt es sich um ein hippes Viertel, in dem sich viele junge Designer niedergelassen haben. Dort gibt es zahlreiche Galerien, Modegeschäfte, Bars und sogar ein Design Museum, für das wir allerdings leider keine Zeit hatten.

Anschließend sind wir noch etwas essen gegangen und sind dann zurück in unser Hostel gegangen, da wir ziemlich fertig waren. Wir sind früh schlafen gegangen und sind dann am nächsten Morgen früh wieder losgegangen.

2. Tag

Erster Stopp: Vanha Kauppahalli ja Kauppatori (Alte Markthalle und Marktplatz)

Genauso wie in Turku gibt es auch in Helsinki die Alte Markthalle mit einem Marktplatz, die am Hafen von Helsinki liegt. Zu dieser sind wir am Morgen zuallererst aufgebrochen, da besonders mittags und nachmittags viel los ist, weswegen es sich lohnt gleich am Morgen, wenn die Tore öffnen, hinzugehen. Seit 1888 wird in dem roten backsteinfarbenen Gebäude Handel betrieben. Dort verkauften sie damals, aber auch heute, finnische Spezialitäten wie zum Beispiel Rentierschinken, Zimtschnecken, Lachs, klassische Marmelade (Lakkamarmelade) und vieles mehr. Vor der Markthalle befindet sich außerdem ein Markt. Auch wenn man keinen Hunger hat, sollte man sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, hindurch zu schlendern, da es viel zu sehen gibt.  

Nächster Stopp: Temppeliaukio Kirkko (Felsenkirche)

Anschließend sind wir zur Felsenkirche gefahren. Bei dieser Kirche handelt es sich um eine besondere Kirche, denn diese ist in einen Granitfelsen hineingebaut. Die Atmosphäre der Kirche ist sehr beeindruckend und auch die Tatsache, dass es in den Felsen hineingebaut wurde, macht es umso spektakulärer. Jedes Jahr kommen unendlich viele Menschen, um sich dieses außergewöhnliche Bauwerk anzuschauen. Das Dach besteht aus 180 Fenster, die dafür sorgen, dass es in der Kirche hell ist. Sie wurde 1969 erbaut und im Inneren sind alle Wände, also Felswände, naturbelassen. Der Eintritt beträgt 3 € – lohnt sich meiner Meinung nach aber auch.

Nächster Stopp: die Halbinsel Katajanokka

Die Halbinsel ist ein Teil der Stadt, der am Hafen liegt. Hier befindet sich die Uspenski Kathedrale sowie das SkyWheel. Außerdem gibt es dort viele Restaurants, Cafés und Bars. Eine Besonderheit ist, dass sich dort auch die „Allas Sea Pools“ befinden. Dabei handelt es sich um zwei beheizte Süßwasserschwimmbecken und um ein (NICHT BEHEIZTES) Salzwasserschwimmbecken, in denen die Menschen das GESAMTE Jahr über draußen schwimmen können (mir waren es mit 2 Grad einfach zu kalt…). Natürlich gibt es dort auch Saunen – typisch für die Finnen. Eine der Gondeln des SkyWheels ist übrigens auch eine Saune haha. Außerdem ist dort immer etwas los, da dort die ganzen Kreuzfahrtschiffe und Fähren ankommen (z.B. aus Stockholm, Tallinn oder Rostock). Es liegen einige prachtvolle Schiffe im Hafen, von denen es sich lohnt Fotos zu schießen.

Nächster Stopp: Uspenski Kathedrale

Nicht weit von der Halbinsel Katajanokka liegt eine interessante Kathedrale – die orthodoxe Uspenski Kathedrale. Sie steht auf einem Felsen, der in der Innenstadt und am Hafen liegt. Von dort aus hat man einen schönen Ausblick auf die Stadt. Das beeindruckende Bauwerk wurde im Jahr 1868 erbaut und ist heute die größte orthodoxe Kirche außerhalb Russlands. Sie passt daher auch weniger in das finnische Stadtbild als in das Russische. Während das Innere des Doms eher schlicht gehalten ist, ist das Innere der Uspenski Kathedrale unglaublich schön geschmückt. Das Außenbild der Kathedrale ist besonders auffällig: rote Ziegelsteine, grünes Kupferdach und 13 Kuppeln mit goldenen Spitzen. Auf jeden Fall sehenswert!

Nächster Stopp: Sibelius Monument

Dieses Monument zeigt 600 Orgelpfeifen aus Stahl, die wellenförmig angeordnet sind. Es ist eins der bekanntesten Denkmäler der Stadt und wiegt 24 Tonnen. Das Monument steht im Sibelius Park, der besonders im Sommer natürlich stark besucht ist, jedoch war auch jetzt als wir da waren viel los. Vom Park aus hat man übrigens einen wundervollen Blick aufs Meer. Das Denkmal ist dem berühmten finnischen Komponisten Jean Sibelius gewidmet.

3.Tag

Erster Stopp: Suomenlinna

An unserem letzten Tag sind wir von Helsinki aus mit einer Fähre nach Suomenlinna (eine Insel) gefahren. Dort befindet sich eine der größten Seefestungen der Welt. Sie wurde von den Schweden zum Schutz gegen die Russen errichtet. Die Festung diente Russland, Schweden und später Finnland als Verteidigungsanlage. Übersetzt heißt das Wort „Suomenlinna“ „Finnenburg“, eigentlich lautete der Name jedoch ursprünglich „Sveaborg“. Sie wurde im 18. Jahrhundert erbaut und ist seit 1991 UNESCO Weltkulturerbe. Auf der Insel gibt es einiges zu besichtigen zum Beispiel die Festungswallen, eine Werft, vier verschiedene Museen, es gibt einige Cafés und Restaurants und auch einen Souvenirshop. Außerdem kann man auf der Insel schöne Spaziergänge machen. Die Fahrt dauert knapp 15 Minuten und die Fähren fahren mehrmals pro Tag ab.

Am Nachmittag sind wir dann noch ein bisschen durch die Innenstadt und durch die Geschäfte geschlendert, haben Souvenirs gekauft und Postkarten geschrieben und sind dann noch essen gegangen. Am nächsten Morgen sind wir dann mit der Tram zum Flughafen gefahren und sind zurück nach Frankfurt geflogen.

Dieses wunderschöne Gebäude ist die Stadtbibliothek!

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