Kurztrips,  Wanderlust

Ein Tag in Bristol

Anreise
Bei diesem Kurztrip geht es tatsächlich nicht nur in eine Stadt, sondern in 3! Da wir gerne Wales sehen wollten und Bristol nicht allzu weit weg ist, dachten wir, wir kombinieren das einfach. Deswegen starten wir in Bristol, fahren dann nach Swansea und zu guter Letzt nach Cardiff.

Wir sind auch dieses Mal aus Newcastle upon Tyne gestartet und haben einen günstigen Flug (easyjet 30 € pro Person) gefunden. Der Flug dauerte knapp eine Stunde und wir kamen gegen 17 Uhr in Bristol an. Wir sind dann zuerst zu unserer Unterkunft und anschließend in die Innenstadt gelaufen.

Unterkunft
Da wir nicht zu viel Geld ausgeben wollten, haben wir uns für ein Hostel entschieden, das wirklich super war. Wir haben 20 Pfund pro Person für eine Nacht in einem Standard Zimmer mit zwei Einzelbetten bezahlt. Jedoch war das Bad ein Gemeinschaftsbad, was definitiv sauber war. Das Zimmer bestand aus einer Kommode, einem Sessel, zwei Einzelbetten und einem Tisch mit Fernseher drauf (inklusive Netflix). Außerdem sah das Zimmer total süß aus, da die Wände in jedem Zimmer anders gestrichen sind. Unser Zimmer war das Zimmer E und stand für „Eden Garden“ (vor der Tür war eine kleine Information darüber) und passend zu diesem Gartenthema sahen unsere Wände wie Gärten mit Pflanzen aus, sehr hübsch. Das Personal war sehr freundlich und hilfsbereit. Wir mussten bei unserer Ankunft unsere Personalausweise zeigen und sie haben eine Kopie davongemacht, außerdem hinterlegt man pro Person eine Kaution von 20 Euro für die Zimmerschlüssel, die wir beim Auschecken dann wiederbekommen haben. Am Empfangstresen haben wir dann unsere Bettenbezüge bekommen (die Betten muss man nämlich selber beziehen). Gegen Aufpreis kann man auch Frühstück bekommen und neben bzw. angeschlossen an das Hostel ist eine Bar, in der man auch etwas zu essen bekommt. Außerdem kann man im Vorhof auch zusammensitzen und was trinken.

Weihnachtsmarkt in Bristol
Unser erster Stopp (nachdem wir uns im Zimmer eingerichtet und frisch gemacht haben) war der Weihnachtsmarkt in Bristol, über den wir eine Weile geschlendert sind. Wir haben dort auch zu Abend gegessen – für meine Mitbewohnerin gab es einen frisch zubereiteten Veggie-Burger und ich habe mich an eine englische Spezialität getraut: Yorkshire Pudding Wrap mit Truthahn – sehr lecker! Anschließend sind wir einfach so durch die Stadt geschlendert, um die Stadt bei Nacht zu sehen, was sehr schön war, da alle Weihnachtslichter und Weihnachtsdekorationen angeschaltet waren.  Wir sind dann auch am Hafen entlangspaziert. Danach sind wir zurück ins Hostel gegangen und haben noch ein paar Folgen „Friends“ geschaut.

Erster Stopp am nächsten Tag: Christmas Steps
Nachdem wir gut geschlafen hatten, war unser erstes Ziel die Christmas Steps. Das ist eine historische Straße im Zentrum von Bristol (mit vielen steilen Treppen). Diese Straße versetzt Besucher sofort in die Vergangenheit, in eine Zeit, in der es noch Pferdekutschen und klassische Pubs gab. Es gibt kleine Bars und Restaurants dort, außerdem ein Café mit über 600 Brettspielen. Weiter oben befinden sich Galerien.

Nächster Stopp: St. Nicholas-Market
Der Markt wurde 2016 als der beste große Indoor-Markt Großbritanniens ausgezeichnet und ist eine Ansammlung von unglaublich vielen unabhängigen Händlern. Außerhalb der Markthalle gibt es aber auch Einzelhändler. Es gibt dort alles Mögliche zu kaufen – von Kleidern, Vintage-Haushaltswaren, Spezialitäten bis hin zu Kunst. Er wurde in den 1740er Jahren gegründet und ist somit der älteste der Stadt. Wir haben uns bei einem kleinen Stand außerhalb des Indoor-Marktes erstmal ein klassisches englisches Frühstück gegönnt und sind dann weitergezogen und haben uns die Innenstadt, die wir am Abend zuvor schon besucht haben, nochmal bei Tageslicht angeschaut.

Nächster Stopp: Bristol Cathedral
Die Kathedrale ist eine der wichtigsten historischen Stätten der Stadt. Dort wo die Kathedrale heute steht, stand früher im 12.Jahrhundert eine Augustinerabtei. Die Kathedrale, so wie sie heute aussieht, ist das Werk jahrhunderterlanger Arbeit (das letzte Mal 1888), weswegen sich viele verschiedene Architekturstile finden lassen. Heute wird an der Kathedrale allerdings nicht mehr weitergebaut. Die Kathedrale ist seit dem 16. Jahrhundert eine anglikanische Kirche. Es werden immer noch Messen abgehalten und man kann auch an Führungen teilnehmen. Als wir sie uns am Vormittag anschauen wollten, wurden wir allerdings weggeschickt, da gerade eine Beerdigung stattfand, weswegen wir dann später nochmal vorbeigeschaut haben. Neben der Kathedrale befindet sich außerdem der College Green Park und das Bristol City Council.

Nächster Stopp: Cabot Tower
Der Turm wurde in den 1890er Jahren anlässlich des 400. Jahrestages von John Cabots Reise (bei der er von Bristol nach Kanada gereist ist) erbaut. Das Gebäude ist denkmalgeschützt und steht mitten im Brandon-Hill-Park. Diesen muss man dann erstmal erklimmen, denn es geht steil bergauf. Überall wachsen Bäume, Blumen und anderen Pflanzen und je näher man an den Turm kommt, findet man auch einen Teich. Im Sommer muss der Park so traumhaft schön sein, wenn alles blüht. Der Turm ist immer geöffnet (außer nachts) und man kann ihn bis nach ganz oben besteigen. Oben angekommen, hat man eine überwältigende Aussicht über Bristol.

Nächster Stopp: M Shed und SS Great Britain
Da es irgendwann leider angefangen hat zu schütten, sind wir ins das M Shed Museum gegangen. Es ist von Dienstag bis Sonntag geöffnet und erzählt die faszinierende Geschichte des Hafens von Bristol. Das Museum gibt einen Eindruck von der Geschichte der Stadt und wie diese vom Hafen beeinflusst wurde. Der Eintritt ist umsonst und uns hat das Museum gut gefallen. Anschließend sind wir zur SS Great Britain gelaufen (ein ehemaliges Passagierschiff) und haben es uns von außen angeschaut, da der Eintritt recht teuer war und wir auch nicht mehr genügend Zeit hatten. Doch es gab eine Sonderausstellung, die man sich anschauen konnte. Das Museum hat erst kürzlich ein neues Dokument, nämlich das Tagebuch eines ehemaligen Passagiers, erhalten. Eine Mitarbeiterin, die sich intensiv mit diesem Buch auseinandersetzt, erzählte uns, dass er dieses Tagebuch schrieb, um bei seiner Rückkehr seiner Frau vorlesen zu können, was alles auf seiner Reise nach und aus New York passiert ist und um sich noch alles erinnern zu können, nachdem er nach vielen Jahren wieder zurückgekehrt ist. Sowas wirkt, finde ich, heutzutage so unglaublich, dass man jahrelang seine Frau oder seinen Mann nicht gesehen hat, ab und an mal einen Brief verschickt hat und dann nach Jahren zurückkehrt und von seinen Erlebnissen erzählt. Das können wir heute mit der ganzen Technologie gar nicht richtig begreifen!

Nächster Stopp: North Street
Bei der North Street handelt es sich nicht um irgendeine x-beliebige Straße, sondern um eine, die dank des UPFEST Street-Art-Festivals voller Straßenkunst von lokalen und internationalen Künstlern ist. Diese sind wir ganz abgelaufen und haben jedes Kunstwerk, das wir finden konnten, uns angeschaut und fotografiert. Die Kunstwerke sind wirklich atemberaubend schön. Für mich total unbegreiflich, wie man so etwas erschaffen kann!

Nächster Stopp: Royal Fort Gardens
In der Nähe der Universität befinden sich die Royal Fort Gardens. Sie gehören der Universität, können aber von jedem besucht werden. Der Garten übermittelt eine ruhige und friedliche Atmosphäre, weswegen viele (vor allem Studenten) gerne dort in der Natur sitzen und sie genießen. Hinter dem Hügel bzw. vor dem Gebäude befindet sich ein Spiegellabyrinth von einem Künstler namens Jepe Hein. Das Kunstwerk heißt „Follow me“. Da wir jedoch an einem Tag vorbeigeschaut haben, an dem es leider geregnet hat, konnten wir uns nicht für eine ruhige Minute niederlassen.

Letzter Stopp und weitere Sehenswürdigkeiten
Da es dann kontinuierlich weiter geregnet hat, sind wir in ein Café gegangen, dass „Cowbee“ heißt und unglaublich gute Waffeln verkauft. Dort haben wir uns dann noch eine Stunde reingesetzt und eine heiße Schokolade getrunken, Waffeln und Kuchen gegessen.
Bristol hat eine unglaubliche Auswahl an Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die man sich anschauen oder unternehmen kann. Jedoch hatten wir nur einen Tag, um uns die für uns wichtigsten Sachen anzuschauen.
Die Clifton Suspension Bridge ist leider etwas außerhalb, weswegen wir sie nicht anschauen und überqueren konnten, jedoch sollte man sie auf jeden Fall besuchen, wenn man Zeit hat. Bristol hat auch weitere Museen wie zum Beispiel das Bristol Museum and Art Gallery und viele weitere mehr. Wenn man mehrere Tage dort verbringt, kann man auch einen Nachmittag im Bristol Zoo verbringen. Die Bristol Harbourside und das Wapping Wharf sind (angeblich) auch schöne Ecken Bristols, in denen man sich die Zeit vertreiben kann.
Ein zusätzliches Highlight ist die jährliche Bristol International Balloon Fiesta, die 1979 zum ersten Mal stattfand. Während der ersten Augustwoche jedes Jahres kann man sich 3,5 Tage lang verschiedenste Heißluftballons aus Großbritannien und aus aller Welt anschauen. Es kommt nur auf das Wetter an, zu welchem Zeitpunkt sie tatsächlich losfliegen. Zusätzlich gibt es dazu natürlich Stände mit Essen und Getränken, Einzelhändler und Fahrten für Kinder.

Abreise
Zu guter Letzt sind wir dann zu der Bristol Bus & Coach Station gelaufen und haben dort den Bus um 16:30 Uhr nach Swansea genommen. Die Fahrt dauerte 3 Stunden 10 und wir waren um 19:40 Uhr an der Swansea Bus Station West Way. Das Ticket hat 15 € gekostet und wir haben sie auf www.omio.com gebucht. Swansea war dann unser zweiter Stopp, worüber ihr in einem anderen Blogpost mehr lesen könnt.

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