Kurztrips,  Wanderlust

Ein Tag in Glasgow

Da ich momentan in Newcastle upon Tyne (NCL) studiere, fahre/fliege ich auch meistens von dort aus los. Jedoch gibt es zahlreiche (auch recht günstige) Flüge nach Großbritannien. Je früher ihr schaut, desto besser – desto günstiger vor allem.

Da wir ebenfalls Geld sparen wollten, haben wir uns für einen Tagestrip nach Glasgow entschieden, um die Kosten für eine Unterkunft zu sparen.
In diesem Beitrag erzähle ich euch, was wir an einem Tag alles gesehen haben und ihr werdet sehen, es ist definitiv möglich! Falls ihr natürlich hinfliegen solltet, könnt ihr natürlich noch viel mehr unternehmen/sehen und könnt euch vor allem auch Zeit lassen. Das Beste: fast überall ist der Eintritt frei!

Anreise

Wir haben über die Internetseite www.omio.com einen Bus von NCL nach Glasgow gebucht. Somit sind wir um 5:25 Uhr an der Busstation mit dem National Express gestartet und sind um 9:20 Uhr angekommen. Die Fahrt dauerte somit nur 3h55 und war schneller rum als gedacht, da ich fast die gesamte Fahrt über geschlafen habe. Angekommen am Busbahnhof in Glasgow (Glasgow Buchanan) haben wir uns auf den Weg in die Innenstadt gemacht, was ungefähr 900 m weit weg ist.

Was ich mir angeschaut habe

Bereits auf dem Weg in die Innenstadt habe ich mich in Glasgow verliebt. Die Straßen sind unglaublich schön und die Häuser tragen das typische britische beige/braun. Das Beste: Alle Straßen waren bereits mit Weihnachtsdekorationen geschmückt und ich konnte es kaum erwarten, sie am Abend bei Dunkelheit zu sehen. Zuerst sind wir einfach ein bisschen durch die Gegend gelaufen, um eine Idee vom Stadtzentrum zu bekommen und um uns einfach besser orientieren zu können.

Erster Stopp: Glasgow City Chambers am George Square

Das ist das Rathaus Glasgows. Das prächtige Gebäude hat uns den Atem geraubt, da es bombastisch aussieht. Von innen soll es angeblich noch schöner sein, jedoch hatten wir dafür leider keine Zeit. Der Eintritt und sogar eine Tour, die zweimal am Tag stattfindet, sind kostenlos.

Nächster Stopp: die Kathedrale des Stadtgründers St. Mungo & Necropolis

Die Kathedrale ist über 800 Jahre alt und ist sehr sehenswert. Die riesigen Buntglasfenster und die geschnitzten Altäre waren so künstlerisch und faszinierend und auch die steinernen Säulen und Bögen waren einfach nur atemberaubend. Innerhalb der Kathedrale befindet sich sogar das Grab von St. Mungo. Direkt neben der Kathedrale befindet sich Necropolis – die schottische Stadt der Toten. Dabei handelt es sich um einen großen Friedhof mit üppigen Gräbern, in denen sich die Reichsten verewigt haben. Um dorthin zu gelangen, muss man über die Bridge of Sighs, also über die Seufzerbrücke gehen. Die Menge und Vielfalt der Gräber geben diesem Ort seine Schönheit. Dort gibt es Mausoleen, Grabsteine mit Statuen, alte viktorianische Pavillons, Gruften und Denkmäler soweit das Auge reicht. Heutzutage wird dort eigentlich niemand mehr bestattet, außer deren Familie liegt dort bereits in einem Bereich begraben. Angeblich sollen dort bereits über 50.000 Menschen liegen, doch nicht jeder besitzt einen Grabstein. Was bedeutet, dass man die meiste Zeit tatsächlich über Gräber läuft. Ziemlich gruselige Vorstellung!

Nächster Stopp: People’s Palace

Dabei handelt es sich um einen Palast, der für das Volk in einen Park mitten in der Stadt gebaut wurde. Der Volkspalast wurde 1898 gebaut und sollte ein kulturelles Zentrum für Glasgows Osten sein. Der Palast sollte damals den Menschen in einem der ärmsten Stadtteile Bildung und Erholung geben. Heute befindet sich darin ein Museum (welches umsonst ist), welches das damalige Leben zeigt, ein Café und eine Gartenanlage. Vor dem People’s Palace steht der Doulton Brunnen. Drumherum befinden sich einige Parks und Grünflächen, wo man zahlreiche Spaziergänger mit ihren Hunden treffen kann. Außerdem gibt es einige Picknicktische, an denen man draußen zusammensitzen und picknicken kann, was wir dann auch gemacht haben. Letztendlich sind wir schnell wieder weiter, da es Mitte November dann doch sehr kalt war.

Nächster Stopp: Glasgow University

Die Glasgow Universität ist die zweitälteste Universität in ganz Schottland und wurde 1451 gebaut. Ich habe bereits einige Universitäten gesehen, doch diese hat mir den Atem geraubt. Ich habe noch nie solch eine schöne Uni gesehen und würde unglaublich gerne dort studieren (doch leider kostet das pro Semester reichlich Studiengebühren, im Gegensatz zu Deutschland). Wir sind einfach nur über den Campus gewandert und haben uns die verschiedenen Gebäude von außen angeschaut, da wir an einem Samstag dort waren und alles verschlossen war. Jedoch gibt es dort auch ein Museum (Hunterian Museum), welches auch am Wochenende geöffnet ist. Wir sind zu allererst an der Kapelle der Universität vorbeigelaufen (in der gerade eine Hochzeit zugange war) und sind anschließend durch die verschiedenen Torbögen über das Universitätsgelände gelaufen. Anschließend sind wir durch die „Cloisters“ gelaufen, was eigentlich klösterlicher Kreuzgang bedeutet, doch da die Säulen so ähnlich aussehen, hat dieser Bereich den Spitznamen erhalten.

Nächster Stopp: Riverside Museum & das Tall Ship

Durch Glasgow fließt der „River Clyde“, weswegen es für uns klar war, dass wir definitiv zum Flussufer laufen. Hier befindet sich das Riverside Museum (ebenfalls kostenlos), welches wir besucht haben. Darin ist die Verkehrsgeschichte ausgestellt und man hat eine Masse an Fahrzeugen, die man sich anschauen kann und teilweise sogar betreten darf, darunter auch die alten Straßenzüge Glasgows. Doch das Highlight schlechthin ist das Segelschiff Glenlee, das mehrmals die Welt umrundet hat, das draußen im Fluss liegt. Dieses kann man ebenfalls kostenlos besichtigen, jedoch haben wir den letzten Einlass verpasst und konnten daher nicht einsteigen. Wir haben es uns dann einfach von außen angeschaut. Am Fluss befindet sich außerdem auch die Clydeside Distillery, die erst 2017 fertiggestellt wurde. Hier kann man Touren mit anschließender Verkostung für 15 Pfund machen. Da wir leider keine Zeit hatten, konnten wir keine Tour machen.

Nächster Stopp: Glasgow Science Center & Glasgow Tower

Das gläserne Gebäude des Science Centers erinnert einen aufgrund seiner Form an eine aufgeschnittene Zitrone, wie ich finde. Es besteht aus drei Komponenten: die Science Mall, der Glasgow Tower und das IMAX Kino. Das Center befindet sich ebenfalls am Fluss und gestattet Besuchern darin die Auswirkungen wissenschaftlicher Entdeckungen zu erkunden. Ein klein wenig erinnert es mich an den Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“, in dem einer der Kinder in das Labor kommt und sich selber in den Fernseher teleportiert (was eigentlich mit der Schokolade passieren sollte). Da wir auch hier aus Zeitgründen nicht hineingehen konnte, haben wir es uns nur von außen angeschaut, jedoch sieht man einige interessante Dinge, da alles aus Glas ist. Der Glasgow Tower hält einen Guinness-Weltrekord, denn er ist das höchste vollständig drehbare freistehende Bauwerk der Welt. Das Ticket, um dort hinauf zu fahren, kostet 6.50 Pfund, ist jedoch im Winter nicht zu besichtigen, was ich sehr schade fand.

Letzter Stopp: Glasgow Weihnachtsmarkt

Da im November und Dezember alle Weihnachtsmärkte in Großbritannien nach und nach öffnen, haben wir es uns nicht entgehen lassen, den in Glasgow zu besuchen. Dies war mein allererster Weihnachtsmarktbesuch dieses Jahr und ich habe mich sehr darauf gefreut. Verglichen zu den Weihnachtsmärkten in den größeren Städten Deutschlands, ist der in Glasgow relativ klein, bietet jedoch eine reichliche Auswahl an Gerichten und Nachtischen, sowie andere Stände. Ich habe mich nach dem Motto „back to the roots“ für eine deutsche Bratwurst mit Zwiebeln entschieden und als Nachtisch habe ich eine „Stroopwafel“ aus den Niederlanden verdrückt.

TIPP: Typische Süßigkeit aus Glasgow: Deep Fried Mars Bars. Ihr habt richtig gehört: Mars Schokoriegel frittiert! Klingt irgendwie komisch, schmeckt aber unglaublich lecker. Das Frittierte außen herum macht den Riegel ganz knusprig und beinhaltet einen geschmolzenen warmen Kern.

Abreise

Vom Weihnachtsmarkt aus war es knapp ein Kilometer bis zu der Busstation. Um 19:45 Uhr haben wir dort dann den Bus genommen und waren um 23:35 Uhr zurück in NCL. Die Hin- und Rückfahrt haben uns zusammen pro Person nur 25 Pfund gekostet, was meiner Meinung nach wirklich ein guter Preis ist.

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.