Lifestyle,  Thoughts

Thoughts #2

Guten Morgen meine Lieben!

Ich weiß gar nicht wie ich diesen Blogpost starten soll, was ich eigentlich überhaupt sagen will…eine Millionen Gedanken schwirren in meinem Kopf und irgendwie kommen sie nicht richtig heraus – beziehungsweise nicht auf eine Art und Weise, die Sinn ergibt.

Ich muss zugeben, ich struggle momentan bisschen mit der aktuellen Situation. Ich weiß, dass es niemand leicht hat, es vielen Menschen aus zahlreichen Gründen traurigerweise noch schlechter geht, doch ich merke, wie meine Gemütslage jeden Tag sinkt.

Ich fange vielleicht einmal von vorne an

Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie viele Tage ich jetzt eigentlich schon zu Hause sitze. Doch als sich vor einigen Wochen die C-Situation (ich nenne das Wort absichtlich nicht) zugespitzt hat und alle zu Hause bleiben MUSSTEN, habe ich mir gedacht: Ich mache das Beste aus der Situation, komme endlich dazu alles zu erledigen, was schon ewig auf meiner To-Do Liste steht und kann endlose Serien- und Büchermarathons veranstalten. So ungefähr habe ich die Zeit dann auch begonnen, ich habe haufenweise Serien geschaut, Filme bis zum Abwinken geguckt, ein Buch, nach dem anderen gelesen bis ich irgendwann einfach richtig unglücklich war. Für viele ist das unverständlich und fragen sich bestimmt: Hä, die macht doch den ganzen Tag gar nichts, chillt und beschwert sich auch noch?
Ja richtig und wisst ihr wieso? Weil ich von Natur aus ein sehr aktiver Mensch bin (bedeutet nicht, dass ich jeden Tag 1000 Stunden Sport mache, sondern dass ich am liebsten immer irgendwas zu tun habe, leicht hibbelig bin und teilweise auch schon hyperaktiv haha)! Ich habe einfach einen unglaublichen Tatendrang in mir und kann keine Minute ruhig sitzen, möchte am liebsten immer etwas machen, sonst wird mir langweilig…ihr wisst worauf ich hinaus will.

Doch nun stehe ich auf (sehr spät), fühle mich nicht gut, habe schlechte Laune, könnte den ganzen Tag im Bett liegen bleiben und kann mich für nichts motivieren. Und dieses Gefühl macht mich einfach so unglücklich. Die momentane Situation irritiert mich, macht mich nervös. Natürlich ist es schön, wenn man mal nichts zu tun hat und einfach abschalten kann. Das braucht jeder Mensch – auch ich. Doch nach Wochen habe ich mich einfach taub gefühlt. Diese Unklarheit, diese Unsicherheit, wie es überhaupt weiter gehen wird und was das neue „normal“ wird und die Tatsache, dass ich meine Lieben einfach unglaublich vermisse, ist einfach zu viel für mich.

Ich war mir anfangs nicht sicher, ob ich diesen Beitrag überhaupt schreiben soll, da ich nicht zu viel Negativität versprühen möchte, doch, wenn wir mal ganz ehrlich sind, geht es wahrscheinlich jedem Menschen mal so. Jeder Mensch hat mal schlechte Tage und ich bezweifle, dass es jemanden gibt, der immer nur gute Tage hat. Ich wollte das mit euch teilen, weil ich das Gefühl habe, dass so ein Austausch auch wichtig ist und nicht nur immer die tollen Dinge im Leben. Denn diese Launen sind ein Teil von uns und die sollten wir nicht verstecken. Und jeder Mensch geht damit anders um, das heißt, es gibt keine pauschale Lösung, die allen Menschen hilft.

Was mir geholfen hat

Nachdem ich mich tagelang so schlecht gefühlt habe, habe ich einen Entschluss gefasst: Ich muss etwas ändern! Ich möchte nicht mehr so fühlen, ich möchte jeden einzelnen Tag nutzen und so tun als wäre mein Leben genauso wie vorher.
Was habe ich also gemacht? Ich habe überlegt, was der Unterschied zu vorher war (abgesehen von den sozialen Kontakten, die Nähe zu den Liebsten und den Freizeitmöglichkeiten). Und da ist es mir gekommen: ein Plan und ein Ziel!

Viele Menschen brauchen grundsätzlich keinen Plan, leben einfach in den Tag hinein oder denken gar nicht allzu viel drüber nach, doch ich bin ein Mensch, der Strukturen und Pläne liebt (Fluch und Segen zugleich!).

Das heißt, ich habe meinen Terminplaner aufgeschlagen und mir meinen Tag „geplant“. Ich schreibe absichtlich „geplant“ mit Anführungsstrichen, da es leider nicht allzu viel zu planen gibt. Doch ich habe mir aufgeschrieben, wann ich gerne aufstehen will, um dem Tag schon mal einen Rahmen zu geben. Ich stelle mir seither jeden Tag einen Wecker (mittlerweile brauche ich ihn schon gar nicht mehr, weil meine innere Uhr mich immer zwischen 6:30 Uhr und 7:30 Uhr weckt). Dann habe ich angefangen, die Aktivitäten, die ich machen muss/kann/will aufzuschreiben. Nach dem Aufstehen mache ich ein 10-minütiges Workout, gehe dann duschen und frühstücke dann. All das halte ich zeitlich fest, damit ich eine Struktur bzw. einen Plan bekommen. Nach dem Frühstück wird den Vormittag über gearbeitet bis ich zu Mittag esse (so gegen 13 Uhr). Den Nachmittag halte ich mir mal offen oder plane mir Dinge ein wie: 1 Stunde putzen, 1 Stunde lesen, 1 Stunde Bilder bearbeiten, 2 Stunden Blogposts schreiben, also alles andere, was ich gerne machen möchte. Ich entscheide schon vor dem Abendessen, was ich am Abend machen möchte – möchte ich lesen, oder einen Film schauen, mit meiner Familie Spiele spielen etc.

Und ich gehe immer um 23 Uhr schlafen! Und daran versuche ich mich auch zu halten. Zu Beginn war ich bis 2 Uhr nachts auf und habe dann den halben Vormittag verschlafen und bin dann schon total übermüdet aufgestanden und hatte dann auch wirklich keine Lust irgendetwas zu erledigen.

Diesen Plan niederzuschreiben, hat mir enorm geholfen. Ich bin früher (und vor allem motivierter) aufgestanden, wusste, was ich an diesem Tag erreichen will bzw. vorhabe und hatte sozusagen ein Ziel vor Augen. Natürlich ist dieser Plan nichts Gezwungenes, in dem Sinne, dass ich mich immer 100 % daranhalten muss. Natürlich nicht! Es gibt zahlreiche Abweichungen oder ich habe dann doch Lust eine Aktivität länger zu machen. Aber diesen Grundrahmen zu kreieren, hat mir einfach eine Struktur gegeben, die ich bitter nötig hatte, sonst wäre ich verrückt geworden.

Eine zweite Sache, die mir geholfen hat. Macht euch hin und wieder mal fertig! Nach Wochen, in denen ich jeden Tag in Jogginghose, Pulli und Kuschelsocken zu Hause saß, hatte ich einfach die Schnauze voll und hab mich überhaupt nicht gut gefühlt. Auch da habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was ich normalerweise anders mache. Und siehe da: ab und an die Woche richte ich mich her, schminke mich, suche mir tolle Klamotten heraus und laufe darin den ganzen Tag herum oder mache einen Spaziergang. Auch das abendliche Abschminken hat mir meine normale Routine etwas zurückgegeben.

Ihr seht, es gibt verschiedene Art und Weisen mit solchen Stimmungen oder Launen umzugehen. Für mich war einfach der Punkt gekommen, an dem ich etwas ändern wollte – mir und meinen Mitmenschen zuliebe (ja, ich kann dann auch zickig werden).

Natürlich vermisse ich meine Liebsten immer noch sehr, wünschte, ich könnte sie in einem Café treffen und draußen quatschen. Ich würde gerne ins Kino gehen oder abends in einem Restaurant sitzen. Doch ich versuche mich der Situation anzupassen und so gut es geht, damit klarzukommen. Ich habe immer noch Tage, an denen mir einfach alles zu viel wird und ich wirklich Angst davor habe, wie es weitergehen wird. Doch die guten Tage kommen schneller als man denkt und alles Negative ist vergessen.

Sooo, wenn ihr es bis hierhin geschafft habt, dann Glückwunsch! Ich hoffe, ich habe eure Laune nicht zu sehr nach unten gezogen, doch ich wollte das einfach gerne mit euch teilen. Denn nicht alles ist immer Friede, Freude, Eierkuchen und manchmal vergisst man das auf Plattformen wie Blogs, Instagram oder Ähnliches.

Es würde mich sehr freuen, wenn ihr mir erzählt, wie ihr mit der Situation umgeht und wie ihr euch fühlt, denn manchmal muss man diese Dinge einfach loswerden.

Fühlt euch gedrückt, passt auf euch auf und bis bald, xx

10 Kommentare

  • Sarah

    Ich kann dich so gut nachvollziehen, denn mir ging es ganz genauso. Tatsächlich habe ich dann aber auch angefangen meinen Tag besser zu strukturieren und das hat mir auch sehr geholfen!
    Liebe Grüße
    Sarah

    • beautyinsimplicity

      Oh wie schön zu hören, dass es anderen Menschen genauso geht/erging wie mir! Ich glaube einfach, dass eine Struktur, egal in welcher Lebenssituation man sich befindet, hilfreich ist 🙂
      Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag und pass auf dich auf, xx

  • Nicole Kirchdorfer

    Ich kann das total nachvollziehen. Ich bin auch so ein Mensch, dem stillsitzen so richtig schwerfällt. Zum Glück habe ich die Zeit und das Umfeld, um viel rauszugehen. Denn, nachdem ich alles ausgemistet, alles umgestellt, alles gelesen und gesehen hatte, bin ich auch kurzzeitig in ein tiefes Loch gefallen.
    Zum Glück nur kurz.
    Tatsächlich hilft mir auch die Schreiberei. Denn genau hier, auf unseren Blogs, bemühen wir uns unsere Gedanken auf sinnvolle und strukturierte Weise auszudrücken. Das hilft mir persönlich Ordnung in meinem Kopf herzustellen.
    Ich muss sagen, dass das böse Virus vielen Menschen (inkl. mir selbst) zu mehr Tiefe verholfen hat…zumindest, wenn man so in den verschiedensten Blogs liest. Mir gefällt genau das.
    Mich jedenfalls hast Du nicht runtergezogen. Fand Deinen Beitrag schön und ehrlich! Genau das, was wir dieser Tage brauchen.
    LG und schönes Wochenende,
    Nicole

    • beautyinsimplicity

      Vielen vielen Dank für deine lieben Worte, liebe Nicole! Es ist so schön zu hören, wie es dir geht und dass auch du ein bisschen gestruggelt hast. Doch die Hauptsache ist, dass du schnell wieder aus dem Loch gekrochen bist und jetzt bereit stehst und weißt wie du damit umgehst. Die aktuelle Lage hat uns allen so viel beigebracht, vor allem aber, wie man mit sich selber am Besten lebt, in dem Sinne, dass man weiß, was einem wichtig ist, worauf man Wert legt und wie man glücklich ist. Und Beschäftigung ist da ein sehr wichtiger Punkt! Mir hilft das Schreiben auch sehr und ich finde es toll, dass wir uns untereinander austauschen können und wissen, dass wir nicht alleine sind.
      Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag, alles Liebe und pass auf dich auf, xx

  • Krissi

    Ich weiß was du meinst! Ich mache das immer noch so wie du am Anfang: Ich bin lange wach, stehe spät auf und habe am Ende des Tages das Gefühl, nichts erledigt zu haben. Besonders jetzt wo mein Semester zuende ist…

    Das mit dem „planen“ ist eine gute Idee und auch das mit dem Fertigmachen kann ich nachvollziehen. Auf Make-Up habe ich zuhause keine Lust und es tut auch meiner Haut ganz gut, nur selten „vollgekleistert“ zu werden. Aber ein richtiges Outfit statt Jogginghose und Pulli ändert doch einiges, da hast du auf jeden Fall Recht! Ich fühle mich da direkt besser und weniger „gammelig“. 😀

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    https://www.themarquisediamond.de/

    • beautyinsimplicity

      „Gammelig“ ist glaube ich genau das richtige Wort :D! Ich denke, dass es uns allen so geht und wie du sagst, es muss nicht unbedingt Make-Up sein, aber ab und zu eine Jeans und ein Shirt schaden ganz sicher nicht 🙂
      Wir müssen einfach etwas tun, was uns das Gefühl gibt, dass es so etwas wie einen Alltag gibt.
      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und bleib gesund, xx

  • Vanessa

    Heyy Elisa,

    danke für deine offenen Worte! Und nein, der Beitrag hat gar nicht runtergezogen. Im Gegenteil: Ich fand es toll, auch mal zu lesen, dass nicht jeder so happy ist und die ganze Freizeit dafür nutzt, nonstop kreativ zu sein und sooo viel zu schaffen, Bananenbrot backen, Küche streichen, Sprachen lernen, blablabla… Durch mein Home Office habe ich einfach unter der Woche nicht zwangsläufig mehr Zeit, aber natürlich fielen auch bei mir viele Dinge wie Fitnessstudio, Freunde treffen, etc. weg. DENNOCH hatte ich nicht immer die Muße 24/7 produktiv zu sein, daher kann ich es schon nachvollziehen, dass es ohne Struktur noch schwieriger ist! Ich merke auch so langsam, dass meine Motivation etwas nachlässt, was z. B. Home-Workout angeht. Gehe dann lieber bei dem Wetter raus und joggen – ist ja auch Bewegung 🙂
    Liebste Grüße und bleib gesund!

    • beautyinsimplicity

      Hallo Vanessa,
      es freut mich zu hören, dass der Beitrag so gut bei dir angekommen ist! Ich glaube es entspricht auch nicht der Realität, dass jeder nach endlosen Wochen basteln und aufräumen noch genauso kreativ oder motiviert ist wie zu Beginn..Und wie du sagst, auch wenn man noch genug zutun hat, sind wichtige Dinge weggefallen, die einen glücklich machen und die kann man leider nicht einfach durch einen weiteren Bananenkuchen oder ein selbstgebautes Regal ersetzen..
      Toll, dass du dich zum Joggen draußen motivieren kannst -das klappt bei mir noch nicht ganz, aber ich mache fleißig Workouts!
      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag meine Liebe, xx

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