Kurztrips,  Wanderlust

Vier Tage in Turku

Tervetuloa Suomeen! – Herzlichen Willkommen in Finnland!

Mit meinem Freund bin ich Ende Februar für 7 Tage nach Finnland geflogen. Die ersten vier Tage haben wir in Turku und ihrer Umgebung verbracht und die weiteren drei in Helsinki (darüber wird es einen eigenen Blogpost geben). Zuerst sind wir von Frankfurt aus mit Finnair nach Helsinki geflogen und der Flug hat uns pro Person knapp 140 € gekostet. Um von Helsinki nach Turku zu kommen und auch um dort in der Gegend herumfahren zu können, haben wir uns schon vorher auf Sixt ein Auto gemietet (knapp 200 €). Wir haben uns für die kleinstmögliche Autokategorie entschieden, hatten jedoch am Ende einen ganz neuen Opel Astra Kombi mit einem großen Kofferraum, der super zu fahren war. Da wir wussten, dass wir uns viel bewegen werden, haben wir uns für ein Auto entschieden, jedoch kann man auch mit dem Zug und dem Bus super leicht vom Flughafen in Helsinki in viele Städte und Orte fahren. Leider sind Unterkünfte in Finnland recht teuer, weswegen Hotels außer Frage waren. Daraufhin haben wir feststellen müssen, dass es in Turku nur ein einziges Hostel, nämlich eins auf einem Schiff, gibt und das wollten wir nicht unbedingt. Wir haben uns dann für ein AirBnB entschieden, dass uns für die vier Tage knapp 230 € gekostet hat. Die Wohnung war super schön und lag mitten in der Innenstadt und auch der Eigentümer war total freundlich und hat uns sogar noch gute Restaurantstipps gegeben.

Zuerst ein paar Fakten

Die Stadt liegt im Süden Finnlands und ist die 5. größte Stadt Finnlands mit 185.000 Einwohnern und wurde im 13. Jahrhundert gegründet. Sie ist die älteste Stadt Finnlands und war auch lange die Hauptstadt des Landes, bis sie von Helsinki abgelöst wurde. Da durch die Stadt der Aura-Fluss (Auranjoki) fließt und auch das Meer nicht weit ist, spiegelt sich der maritime Charakter der Stadt in vielen Dingen wider. Außerdem war Turku 2011 europäische Kulturhauptstadt, die man easy peasy zu Fuß erkunden kann. Da Finnland zwei offizielle Amtssprachen hat, finnisch und schwedisch, findet man alle Namen, öffentlichen Hinweise und Straßenschilder in beiden Sprachen. Von Turku aus fahren jeden Tag Schiffe nach Stockholm in Schweden.

1. Tag

Zuerst haben wir unser Mietauto am Flughafen in Helsinki abgeholt und sind dann nach Turku gefahren. Dort haben wir einen Parkplatz vor unserer AirBnB Wohnung gesucht und der Eigentümer hat uns alles gezeigt. Nachdem wir dann unsere Koffer ausgepackt und uns kurz ausgeruht haben, sind wir dann auch schon in die Innenstadt gelaufen und haben eine Kleinigkeit gegessen.

Erster Stopp: Tuomiokirkko (Dom)

Der mittelalterliche Dom ist das Wahrzeichen der Stadt, das wichtigste religiöse Gebäude Finnlands und sie ist ein Symbol für die finnische Geschichte und ihren Beginn, denn Turku war bis 1819 die Hauptstadt Finnlands, bis die Russen sie nach Helsinki verlegten. Der Dom ist der Hauptsitz der evangelisch-lutherischen Kirche Finnlands und ist mit seinen 700 Jahren Geschichte das wertvollste Denkmal in Finnland. Die Burg wurde ungefähr im Jahre 1300 fertiggestellt, jedoch ist unklar, welche Teile zu diesem Zeitpunkt schon geschaffen waren. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahre 1827, musste der Dom wiederinstandgesetzt werden. In diesem Dom befinden sich sogar die Gräber von vielen bedeutenden Persönlichkeiten, darunter das Grab der schwedischen Königin Karin Månsdotter. An Ostern wird vor dem Dom sogar ein Theaterstück aufgeführt, das sich unzählige Menschen anschauen.

Grab der schwedischen Königin Karin Månsdotter

Nächster Stopp: Auranjoki (Aura-Fluss)

Der Aura-Fluss zieht sich durch die ganze Stadt. Die „Rantakatu“, also die Promenade, ist im Sommer der Treffpunkt schlechthin – egal ob am Fluss entlang spazieren, Eis essen, im Gras sitzen, plaudern und Musik hören, jeder genießt den Sommer am Fluss. Das pure Sommerfeeling! Am Fluss liegen außerdem viele Straßencafés und Restaurants und einige Schiffe sind sogar Restaurants, in denen man zu Abendessen kann – ein Traum! Insgesamt neun Brücken überqueren den Fluss und sollte man dann doch mal keine Brücke überqueren wollen, kann man kostenlos mit dem „Föri“ fahren, eine kleine Fähre, die ständig von einem Ufer zum anderen fährt – ein tolles Erlebnis! Im Sommer ist immer viel los in Turku, egal ob Musik, Theater, Kunst oder Festivals – bei der großen Auswahl ist für jeden etwas dabei.
Im Frühling ist leider am Fluss noch nicht ganz so viel los, da es einfach noch zu kalt ist. Die Schiffe liegen aber dennoch im Fluss und die Restaurants haben geöffnet. Da ich schon mehrmals in Finnland und in Turku war, habe ich den Sommer dort erlebt und weiß daher, dass er traumhaft schön ist. Doch auch im Frühling hatte der Fluss seinen eigenen Charme und man kann lange Spaziergänge an der Promenade machen.

Nächster Stopp: Forum Marinum und Suomen Joutsen

Als Nächstes sind wir in das „Forum Marinum“ gegangen, ein Meeres- bzw. Schifffahrtsmuseum, das unglaublich schöne Boote beherbergt. Dort kann man sich auch die Fregatte „Suomen Joutsen“ anschauen, ein Schiff, das in ein Museum umgewandelt wurde und durch das man Einblicke in das Schiffsleben bekommt. Das Museum hat das gesamte Jahr über geöffnet, während die „Suomen Joutsen“ nur im Sommer zu besichtigen ist. Dieses Mal habe ich sie daher leider nicht besucht, jedoch war ich vor einigen Jahren schon einmal im Sommer dort und kann euch sagen, sie ist sehr interessant!

2.Tag

Am Vorabend sind wir dann Abendessen gegangen und sind dann noch eine Weile am Fluss entlangspaziert. Dabei sind wir bei einem Supermarkt vorbeigekommen und haben dann für die nächsten Tage etwas zum Frühstücken eingekauft und sind dann schlafen gegangen. Nachdem wir dann am nächsten Morgen gefrühstückt haben, sind wir losgegangen.

Erster Stopp: Kauppahalli (Markthalle)

Die „Kauppahalli“ ist die Markthalle im Herzen Turkus, in der Eerikinkatu (Erikstraße) und besteht schon seit 120 Jahren. Sie wurde vom Architekten Gustaf Nyström 1896 eröffnet. Auf 118 Meter Länge gibt es von frischem Fisch über Obst und Gemüse bis hin zu Käse, Fleisch und Spezialitäten alles was das Herz begehrt. Dort befindet sich außerdem die beste Bäckerei des Landes! Knapp 2 Millionen Besucher besichtigen die 40 Verkaufsstände jährlich. Ich habe dort erstmal eine Zimtschnecke (korvapuusti) gegessen, die typisch für Finnland sind – und sie schmecken unglaublich lecker!

Nächster Stopp: Luostarinmäki

Ein sehr interessantes Museum, das wir besucht haben, ist das Kunsthandwerksmuseum. Vor über 100 Jahren befanden sich in diesen Gebäuden Handwerkbetriebe. Dieser Teil der Stadt hat den Stadtbrand 1827 unversehrt überstanden. Seit dieser Zeit wurde keins der Gebäude renoviert, damit wir ein realistisches Bild davon bekommen, wie es zu dieser Zeit aussah. Außerdem gibt es dort auch einen Souvenirshop, in dem man unter anderem Werke von lokalen Handwerkern und Süßigkeiten kaufen kann.

Am zweiten Tag haben wir uns außerdem mit einer Freundin, die in Turku wohnt und studiert, getroffen. Sie hat uns zuerst ihre Wohnung gezeigt, wir haben ihren Hund kennengelernt und anschließend sind wir essen gegangen. Am Abend sind wir dann bowlen gegangen, haben Billard gespielt und haben anschließend bei ihr zu Hause Spiele gespielt. Es war ein richtig schöner Abend!

3. Tag

Am vorletzten Tag sind wir mit meiner Freundin und ihrem Freund im Restaurant „Ravintola 3. Linja“ frühstücken gegangen. Dort haben sie ein vielfältiges Buffet mit einer großen Auswahl. Nach einigen Stunden sind wir dann aufgebrochen und haben uns voneinander verabschiedet. Als Nächstes sind wir einfach noch durch die Innenstadt gelaufen, haben Souvenirs für unsere Familien besorgt und sind ein bisschen shoppen gegangen.

Erster Stopp: Turun Linna – Burg in Turku

Die Burg in Turku ist die größte noch erhaltene mittelalterliche Burg in Finnland. Die Burg wurde um 1280 errichtet, wurde jedoch mehrmals umgebaut. Erst im 16. Jahrhundert erhielt sie die heutige Form und den heutigen Stil. Damals bewohnte der Herzog von Finnland, Johann III. und seine Frau die Burg. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Burg allerdings stark beschädigt und wurde bis 1961 wiederinstandgesetzt. Heute befindet sich darin das Historische Museum der Stadt, das wir besucht haben. Es war sehr interessant mehr über die Geschichte der Stadt zu erfahren und wir haben einige Stunden darin verbracht. Anschließend haben wir in dem Café dort eine kleine Pause eingelegt.

Teile der Burg befanden sich leider im Umbau

Nächster Stopp: Skanssi

Den Rest des Tages haben wir in einer Shoppingmall namens „Skanssi“, nicht weit weg von Turku, verbracht, haben ein bisschen geshoppt und haben am Ende ein leckeres Eis bei „Spice Ice“ gegessen. Dort gibt es verschiedene Eiskreationen, bei denen man sich mehrere Toppings aussuchen kann. Anschließend sind wir in die AirBnB Wohnung gefahren, haben unsere Sachen gepackt, da wir am nächsten Tag früh loswollten.

 4. Tag

Am letzten und am sonnigsten Tag haben wir uns etwas Besonderes ausgesucht, und zwar das finnische Schärenmeer. Es ist eins der größten und schönsten seiner Art mit über 40.000 Inseln, die sich an der Küste erstrecken. Man kann die Inseln per Fahrrad, Boot, Fähre, Auto oder zu Fuß erreichen. Von Turku aus gibt es den Archipel, das ist der Name der Strecke. Dabei handelt es sich um eine Rundfahrt über einige dieser Inseln und sie führt einen in die unberührte Natur Finnlands. Man beginnt in Turku und besucht mehrere Inseln. Die Rundstrecke beträgt knapp 250 km und die Inseln sind durch Brücken oder Fähren mit dem Festland verbunden. Man fährt durch die wunderschöne Natur, sieht Nationalparks, Dörfer und Leuchttürme und verliebt sich in die typischen roten Holzhäuser. Außerdem findet man auf den Inseln auch ausreichend Unterkünfte und Restaurants, sodass man sich alle Zeit der Welt nehmen kann. Da wir jedoch nur einen Tag Zeit dafür hatten, konnten wir die beliebte Strecke nicht komplett abfahren, sondern sind mit der Fähre nur auf die erste Insel gefahren und haben uns diese angeschaut – die Insel Nauvo. Natürlich haben die Inseln im Sommer mehr zu bieten als im Frühling, man kann das Wetter mehr genießen und schwimmen gehen und es gibt mehrere Aktivitäten zur Auswahl. Doch auch im Frühling war es sehr schön. Teile des Wassers am Ufer waren noch gefroren, was wunderschön aussieht. Außerdem waren nicht so viele Menschen wie im Sommer unterwegs und wir konnten uns alles in Ruhe anschauen. Wir sind am Ufer entlangspaziert und haben die Stadt erkundet. Und Essen gegangen sind wir natürlich auch – und es war sehr lecker!

Anschließend sind wir von dort aus direkt nach Helsinki gefahren, haben unser Gepäck zur Unterkunft gebracht und haben dann unser Mietauto abgegeben, da wir es in der Hauptstadt nicht brauchen und sind dann wieder zurück zur Unterkunft gegangen.

Tipp: TURKU CARD

Mit der TURKU CARD kann man fast alle Museen in Turku kostenlos besuchen. Außerdem bekommt man in vielen Restaurants und Läden Rabatt. Für 24h kostet diese 28 € und für 48h 36 €.

Extra-Tipp

Nicht weit von Turku liegt die Stadt Naantali. Sie ist nur eine halbe Stunde von Turku entfernt und ist die Sommerstadt Finnlands. Hier hat der finnische Präsident seinen Sommersitz. Außerdem besfindet sich hier auch die Welt der Muumins (eine Art Freizeitpark für Groß und Klein) die im Winter jedoch leider geschlossen ist. „Die Muumins“ kommen aus Finnland und sind Kult. In jeder Großstadt gibt es Läden, die Artikel verkaufen, auf denen sie zu sehen sind. Es ist aber unklar, welches Tier sie darstellen sollen, ähneln aber Nilpferden sehr stark.

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